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Erfahren Sie, wann Sie die Heizung einschalten sollten, welche Raumtemperaturen empfohlen werden und welche mietrechtlichen Vorgaben gelten. Mit praktischen Tipps zur Reduzierung des Heizenergieverbrauchs.

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, fragen sich viele Eigenheimbesitzer: Wann sollte man die Heizung einschalten?
Dabei geht es nicht nur um Komfort, sondern auch um Gesundheit, Energieverbrauch und den Schutz Ihres Hauses. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann das Heizen sinnvoll sein kann, wie Sie den Heizenergieverbrauch reduzieren und welche gesetzlichen Vorgaben zu beachten sind.
Es gibt keine feste Regel – der Heizbedarf hängt unter anderem vom Dämmstandard des Gebäudes, den Außentemperaturen und dem persönlichen Wärmeempfinden ab. Einige Richtwerte können jedoch zur Orientierung dienen:
Baujahr vor 1970: Außentemperatur etwa 10–12 °C
Baujahr 1970–1990: Außentemperatur etwa 8–10 °C
Baujahr nach 1990: Außentemperatur etwa 5–8 °C
Diese Angaben sind lediglich Orientierungswerte. Der tatsächliche Heizbedarf hängt vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Als Richtwert für Wohnräume gelten etwa 20 °C.
Tipp: Gut gedämmte Häuser benötigen häufig erst bei niedrigeren Außentemperaturen zusätzliche Heizwärme als weniger gut gedämmte Gebäude.
Als Orientierung können folgende Raumtemperaturen dienen:
Wohnzimmer: 20–22 °C
Schlafzimmer: 16–18 °C
Badezimmer: 22–24 °C
Flure/Nebenräume: 15–18 °C
Hinweis: Das persönliche Wärmeempfinden und die Nutzung der Räume spielen eine wichtige Rolle. Die Temperaturen können entsprechend angepasst werden. Dabei sollten auch die Luftfeuchtigkeit und der bauliche Zustand berücksichtigt werden.
Ausreichend beheizte Wohnräume tragen zu einem angenehmen Raumklima bei. Besonders für Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich eingeschränkte Personen können angemessene Raumtemperaturen wichtig sein.
Zudem kann ein angepasstes Heiz- und Lüftungsverhalten dazu beitragen, Schimmelbildung vorzubeugen. Kühle Oberflächen und eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Entstehung von Schimmel an Wänden und Decken, der die Atemwege belasten kann.
Auch für die Bausubstanz ist ein angemessenes Heizverhalten wichtig. Kühlen Räume und Bauteile stark aus, kann sich bei entsprechender Luftfeuchtigkeit Kondenswasser bilden. Dadurch können Feuchtigkeitsschäden an Putz, Holz oder anderen Materialien entstehen. Eine an das Gebäude angepasste Beheizung kann helfen, solchen Schäden vorzubeugen.
1. Heizkörper entlüften
Luft im Heizsystem kann die Wärmeverteilung beeinträchtigen. Bei entsprechenden Anzeichen, etwa gluckernden Geräuschen oder ungleichmäßig warmen Heizkörpern, kann eine Entlüftung sinnvoll sein.
2. Thermostate programmieren
Programmierbare Thermostate ermöglichen es, Heizzeiten an den Tagesablauf anzupassen. Je nach Nutzungsverhalten und Heizsystem kann dies helfen, den Energieverbrauch zu reduzieren.
3. Stoßlüften statt Kipplüften
Mehrmals täglich die Fenster für einige Minuten weit öffnen, statt sie über längere Zeit gekippt zu lassen. So lässt sich die Raumluft austauschen, ohne die angrenzenden Bauteile unnötig stark auszukühlen.
4. Wärmeverluste reduzieren
Geschlossene Vorhänge oder Rollläden können dazu beitragen, Wärmeverluste über Fenster zu verringern. Teppiche können zudem die empfundene Oberflächentemperatur von Fußböden verbessern.
5. Raumtemperaturen anpassen
Wenig genutzte Räume können bei Bedarf auf niedrigere Temperaturen beheizt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Räume nicht zu stark auskühlen und keine Feuchtigkeitsprobleme entstehen.

In Deutschland gelten für Mietwohnungen bestimmte Anforderungen an die Beheizbarkeit:
Heizperiode: Als üblicher Zeitraum gilt der 1. Oktober bis zum 30. April. Auch außerhalb dieser Zeit kann bei entsprechend niedrigen Temperaturen eine Beheizung erforderlich sein.
Raumtemperaturen: Wohnräume müssen tagsüber in der Regel auf etwa 20–22 °C beheizbar sein. Für die Nacht gelten häufig niedrigere Richtwerte.
Mietrecht: Vermieter müssen eine ausreichende Beheizbarkeit der Mieträume sicherstellen. Bei Störungen oder unzureichender Heizleistung können Mieter die Behebung des Mangels verlangen.
Der richtige Zeitpunkt hängt nicht nur vom Kalender ab, sondern auch von den tatsächlichen Temperaturen und individuellen Bedürfnissen:
Sinkende Außentemperaturen: Fallen die Temperaturen über mehrere Tage, kann eine zusätzliche Beheizung erforderlich werden.
Abkühlende Wohnräume: Reicht die vorhandene Wärme nicht mehr aus, um angenehme Raumtemperaturen zu halten, kann die Heizung eingeschaltet werden.
Individuelle Bedürfnisse: Leben Kinder, ältere Menschen oder gesundheitlich empfindliche Personen im Haushalt, sollten deren Anforderungen an die Raumtemperatur berücksichtigt werden.
Merktipp: Achten Sie auf die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Ein angepasstes Heizverhalten kann dazu beitragen, den Wohnkomfort zu erhalten und Feuchtigkeitsproblemen vorzubeugen.
Weiterführende Ratgeber
Wann die Heizung einschalten? Das hängt weniger vom Kalender als von den Raumtemperaturen, dem Wärmebedarf und den baulichen Gegebenheiten ab. Wer sein Heizverhalten entsprechend anpasst, kann für angenehme Raumtemperaturen sorgen und Feuchtigkeitsproblemen vorbeugen.
Tipp: Lassen Sie sich bei Fragen zur passenden Heizungsnutzung oder zu Möglichkeiten zur Reduzierung des Heizenergieverbrauchs von einem Fachhandwerker beraten.

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